Historie Alte Ziegelei

Das „rote Gold“ von Niederwürschnitz:
Eine Geschichte von Lehm und Ziegeln

Das Erzgebirgische Becken wird geologisch dem Rotliegenden zugeordnet. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts lebten die Menschen hier fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Niederwürschnitz war ein kleines, verträumtes Waldhufendorf – und wäre dies wohl bis heute auch geblieben, wäre nicht am 7. Januar 1844 der Zwickauer Karl Gottlieb Wolf auf abbauwürdige Steinkohle gestoßen.

In der Folgezeit wurden unzählige Schächte geteuft. Für die entstehenden Schachtanlagen und die Bergarbeiterwohnungen benötigte man Ziegel in immer größeren Mengen. Das oftmals erfolglose Suchen und Schürfen nach Kohle hatte in unserer Region jedoch einen wertvollen Nebeneffekt: die Lokalisierung beträchtlicher Lehmlagerstätten. 

So mancher Bauer entschloss sich deshalb, den lehmigen Boden mit geringer Ackerwertzahl nicht mehr landwirtschaftlich zu nutzen, sondern verkaufte sein Land an Ziegeleiunternehmer oder betrieb selbst die Ziegelherstellung. So wechselte auch das Gelände des heutigen FAZ seinen Besitzer, und fortan wurde – zuerst mit dem Spaten und später mit dem Bagger – das „rote Gold“ gefördert.

Die Ziegelfertigung wurde ständig dem technischen Fortschritt angepasst. Teils durch Brände bedingt, entstanden immer wieder neue, modernere Anlagen. Nachdem der Ringofen patentiert und zur technischen Reife gebracht worden war, stieg die Produktivität enorm. Die heute noch erhaltenen Gebäude stammen größtenteils aus den 1950er Jahren. Eine in den 1970ern mit Devisen errichtete Vakuumpresse war bis zur Wende eine der modernsten Produktionsanlagen der DDR. Zuletzt wurden hier vom Frühjahr bis zum Wintereinbruch im Dreischichtsystem täglich bis zu 100.000 Ziegel produziert.

Trotz dieser Mengen waren Ziegel oft Mangelware. Wer in der Region ein Haus bauen wollte, benötigte nicht nur die staatliche Genehmigung, sondern musste oft selbst Hand anlegen: Sonderschichten im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks (NAW) in der Ziegelei waren für viele Bauherren unumgänglich.

Mit der politischen Wende änderte sich der Markt schlagartig. Moderne Ziegel aus den alten Bundesländern waren nun gefragt, während die Produktion in den neuen Bundesländern nach und nach eingestellt wurde – so auch in Niederwürschnitz.

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